Beikosteinführung – Wie geht es ohne Brei nach BLW?

Babys erleben und machen so vieles zum aller ersten Mal. Das ist aufregend, auch für die stolzen Eltern. Die erste feste Nahrung ist dabei ein ganz besonderes Erlebnis. Und alle Eltern hoffen, dass ihr Kind ein guter Esser ist. Doch wann und wie wird die Beikost am besten eingeführt? Dieser Beitrag geht auf die Beikosteinführung nach BLW – Baby Led Weaning ein, also Beikost mit Fingerfood statt Brei.

Inhalt

Was sind Beikostreifezeichen?

Mit Beikost kann begonnen werden, wenn die körperliche Entwicklung des Babys dafür bereit ist. Das lässt sich daran erkennen, dass alle Beikostreifezeichen erfüllt werden. D.h. das Baby:

  • kann alleine oder mit geringer Unterstützung sitzen (für die Dauer der Mahlzeit)
  • kann Sachen greifen und in den Mund stecken (Hand-Mund-Auge Koordination)
  • stößt nicht automatisch alles aus dem Mund heraus (der Zungenstoßreflex ist weg)

Zudem sollte Interesse am Essen vorliegen. Das zeigt sich dadurch, dass das Baby andere genau beim Essen beobachtet, nach dem Essen greift und ggf. auch Kaubewegungen macht.

Es ist wichtig, dass alle drei Reifezeichen erfüllt werden. Wenn das Baby beispielsweise großes Interesse am Essen zeigt, dabei ggf. schmatzt, kaut oder die Hände in den Mund steckt, es aber noch nicht alleine sitzen kann, ist die Beikostreife nicht gegeben. 

Infografik, welche die Beikostreifezeichen von Babys erläutert
Diese Beikostreifezeichen müssen vor Beginn der Beikost erfüllt werden

Um den Zungenstoßreflex zu testen, kannst du einen leeren Löffel vor den Mund deines Babys halten. Wird der Mund aufgemacht, kommt der Löffel rein. Wird dieser dann automatisch wieder von der Zunge herausgestoßen, ist der Zungenstoßreflex noch da.

Es gibt weitere Entwicklungsschritte des Babys, die manche als Beikostreife deuten. Wenn z. B. das Baby weniger schläft und/oder weniger zunimmt, bedeutet dies nicht automatisch, dass es Zeit für ein Zufüttern ist. Es ist die normale Entwicklung des Kindes, das nach 4 Monaten nicht mehr ganz so schnell wächst und insgesamt weniger Schlaf benötigt.

Die WHO (World Health Organization) empfiehlt, in den ersten 6 Lebensmonaten ausschließlich Muttermilch bzw. Säuglingsmilch zu füttern. Erst ab 6 Monaten ist das Verdauungs- und auch das Immunsystem eines Babys bereit, feste Nahrung zu verarbeiten. In diesem Alter werden gewöhnlich auch die Beikostreifezeichen erfüllt.  

Exkurs: Warum stecken Babys alles in den Mund?

So ziemlich alles, was ein Baby greifen kann, kommt auch in den Mund. Sie tun dies nicht, weil sie Hunger haben, sondern weil sie so den Gegenstand kennenlernen. Es ist ein orales Erkunden. „Mit Lippen und Zunge untersucht es Größe, Konsistenz, Form und Oberflächenbeschaffenheit“ (R. H. Largo – Babyjahre* ). Bis zum 8. Monat ist das orale Erkunden das primäre Spielverhalten von Babys.

Wie fange ich mit Beikost an?

Das „Wie?“ bei der Beikosteinführung hängt zunächst davon ab, nach welcher „Methode“ vorgegangen werden soll. Es gibt im Wesentlichen drei Ansätze:

  1. Babybrei: Die Beikosteinführung mit Babybrei beruht auf dem Füttern von pürierten Lebensmitteln nach einem vorgegebenen Beikostplan. Dabei werden neue Lebensmittel nach und nach eingeführt.
  2. Baby Led Weaning / Fingerfood: Die Beikosteinführung nach Baby Led Weaning hat den Ansatz, dass das Baby von Anfang an selber isst. Hierfür wird ihm weiches Essen in fingerdicker Stäbchenform angeboten, das einfach zu greifen sind.  
  3. Kombination: Babybrei und Fingerfood werden kombiniert. Wann und wie häufig es dabei Brei oder Fingerfood gibt, ist ganz abhängig von dem Baby und der Situation der Familie. 

Sowohl Babybrei als auch Fingerfood haben Vor- und Nachteile. Welcher Ansatz der richtige ist, hängt ganz stark vom Baby, aber auch von den Eltern ab. Es gibt z. B. Babys, die Brei verweigern und selber essen wollen und jene, die lieber gefüttert werden mögen. Daher ist es sehr wichtig, auf das Kind zu hören. Und für manche Familien funktioniert eine Kombination aus Brei und Fingerfood am besten.

Was ist BLW - Baby Led Weaning?

Baby Led Weaning (kurz: BLW) bedeutet „Beikost nach Bedarf“ oder auch „Babygeführte Entwöhnung“. Dabei darf das Baby von Anfang an selber essen. BLW ist nichts Neues. Viele Eltern stellen beim 2. oder 3. Kind fest, dass die Mahlzeiten viel entspannter sind, wenn das Baby selber isst. Babys beobachten ihre Eltern und Geschwister beim Essen, sind fasziniert und wollen es selber ausprobieren.

Bei BLW sitzt das Baby mit am Familientisch und bekommt ein paar babygerechte Stücke Essen angeboten. Damit kann es spielen, sie erkunden, Beschaffenheit, Geruch und Farbe kennenlernen und – wenn es soweit ist – in den Mund stecken. Wenn du etwas völlig Neues siehst, möchtest du es dann nicht auch genau angucken, anfassen, riechen und ggf. schmecken? Das Gleiche möchte dein Baby mit Essen machen, statt es nur zu schmecken.

Baby Led Weaning

  • fördert die Hand-Auge-Mund Koordination, die Motorik und das Kauen von fester Nahrung.
  • erhöht das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Selbstständigkeit.
  • führt oft dazu, dass das Kind später gesünder isst und weniger wählerisch ist.
  • sorgt insgesamt dafür, dass die Mahlzeiten für das Kind und für die Eltern entspannter sind.

BLW ist im Grunde eine Fortführung des Stillens nach Bedarf, denn auch da kann das Baby selber entscheiden, wann und wie viel es trinken möchte. Zudem ist der Ansatz sehr einfach. Es muss nicht viel extra gekocht werden, sondern es wird größtenteils das Essen verwendet, dass eh für die Familie zubereitet wird (jedoch ungewürzt, in längliche Stücke geschnitten, ggf. weicher gekocht).

Kann sich mein Baby beim BLW verschlucken?

Eine der größten Sorgen, die Eltern bei der Beikosteinführung haben, ist das Verschlucken. Das gilt besonders beim BLW, wo nicht wie beim Brei alles fein püriert ist. Bei dieser Frage ist zunächst zwischen Verschlucken und Würgen zu unterscheiden.

Würgen

  • tritt relativ häufig auf,
  • ist ein Reflex des Körpers, um ein Eindringen in die Atemwege zu vermeiden,
  • dauert nur wenige Sekunden, bis das Baby das Essen mit der Zunge weggeschoben hat,
  • dabei ist der Mund offen und die Zunge wird nach vorne geschoben.

Bei Babys liegt der Würgereflex sehr weit vorne, daher beginnt ein Baby viel früher zu würgen, als es ein Erwachsener tun würde. Und das ist gut, denn so wird ein Verschlucken vermieden. Eltern bekommen allerdings meist einen Schreck, wenn sie ihr Kind würgen sehen. Babys dagegen, scheint es überhaupt nichts auszumachen. Dieses kurze Video zeigt, wie ein Würgen aussieht.

Hat das Baby sich dann doch verschluckt, beginnt es zu husten, um die Atemwege wieder frei zu kriegen. Ist das Baby nicht fähig zu husten, muss der Erwachsene eingreifen (über Erste-Hilfe-Maßnahmen). Um hier richtig zu handeln, empfiehlt es sich sehr, einen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder zu absolvieren, oder zumindest das Buch „Schnelle Hilfe für Kinder“ von Janko von Ribbeck* zu lesen. Bis 3 Jahre gilt bei Kindern ein erhöhtes Risiko für ein Verschlucken. Daher sollten Kinder bis zu diesem Alter nicht beim Essen alleine gelassen werden!

Verschluckt sich mein Baby bei BLW häufiger?

Eine Studie aus Neuseeland hat gezeigt, dass Babys, die feste Nahrung  als Beikost erhalten (wie beim BLW), keinem größeren Risiko des Verschluckens unterliegen, als Brei-gefütterte Babys. Dabei gilt, dass risikoreiche Lebensmittel, wie z. B. Erdnüsse und Kirschen, dem Kind nicht angeboten werden (siehe Abschnitt „Welches Essen ist zu vermeiden?“).

Folgende Maßnahmen helfen, um ein Verschlucken zu vermeiden:

  • alle Beikostreifezeichen werden erfüllt
  • das Kind sitzt aufrecht beim Essen (im Hochstuhl oder auf dem Schoß)
  • es wird beim Essen nie alleine gelassen
  • das Kind isst selber (d.h. es bekommt von niemandem etwas in den Mund gesteckt)
  • kein Essen im Auto
  • keine risikoreichen Lebensmittel (z.B. ganze Nüsse)

Wie geht die Beikosteinführung mit BLW?

Die Beikosteinführung mit Fingerfood ist sehr einfach: Lass dein Baby bei Mahlzeiten mit am Tisch sitzen und biete ihr etwas zu essen an. Auch außerhalb der Familienmahlzeiten kann immer mal wieder ein Snack angeboten werden.

Und so geht’s:
  1. Vorbereitung: Lege das Essen bereit sowie ein gutes Lätzchen*, einen Lappen zum Abwischen und eine Matte* unter den Hochstuhl.
  2. Hinsetzen: Setze dein Kind aufrecht in den Hochstuhl* (oder auf den Schoß).
  3. Essen: Biete 2-4 verschiedene babygerechte Lebensmittel an (von jedem 1 Stück), die möglichst in 1-2 cm dicke und gut 5 cm lange Streifen geschnitten werden. Lege das Essen direkt vor das Baby auf das Tablett vom Hochstuhl, auf den Tisch oder auf einen Teller mit Saugnapf*.
  4. Trinken: Biete während der Mahlzeit zudem einen Trinklernbecher* mit Wasser an. So kann dein Kind trinken, wenn Interesse besteht. Es muss jedoch nicht, da es noch ausreichend Flüssigkeit über die Muttermilch/Säuglingsmilch bekommt.
  5. Beobachten: Bleibe die ganze Zeit bei deinem Baby, auch wenn es lediglich mit dem Essen spielt. Iss am besten selber etwas.
  6. Ende: Beende die Mahlzeit, wenn dein Baby das Interesse am Essen verliert und sich wegdreht.

Bei jeder Mahlzeit mit fester Nahrung ist es wichtig, dass das Baby nicht hungrig oder müde ist. Gerade in den ersten Wochen geht es nicht darum, die Milch zu ersetzen, sondern das Essen zu erkunden und die Eltern und Geschwister in ihrem Essverhalten nachzuahmen. Die Ernährung erfolgt weiterhin primär über die Muttermilch bzw. Säuglingsmilch.

Wie schnell oder langsam der Übergang von Milch zu fester Nahrung tatsächlich erfolgt, ist sehr unterschiedlich. Zwischen 6 und 9 Monaten bleibt die Milchmenge gewöhnlich nahezu unverändert, während die Menge an fester Nahrung langsam zunimmt. Erst mit 9 Monaten wird die Menge an Milch reduziert, um langsam komplett auf feste Nahrung umzusteigen.

Du brauchst deinem Baby nicht zu helfen, indem du Essen in den Mund steckst oder zum Essen animierst. Das Kind soll ganz alleine und nach eigenem Tempo essen können.

Infografik, welche die 6 Schritte zur Beikosteinführung nach Baby Led Weaning erläutert
Beikosteinführung nach BLW in 6 Schritten

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Weitere Tipps zur Beikosteinführung ohne Brei

  • Stelle stets sicher, dass das Essen nicht zu heiß ist.
  • Biete eine kleine Auswahl an Essen an (2-4 Lebensmittel). Zu wenig ist langweilig, zu viel kann überwältigend oder abschreckend sein.
  • Babys können nur das abbeißen, was aus der Faust heraus guckt, daher das Essen nicht zu kurz schneiden (5 cm ist eine gute Länge).
  • Halte Nachschub bereit, falls es noch mehr essen möchte.
  • Es ist okay, wenn du etwas Essen auf einen Löffel tust und diesen deinem Baby in die Hand gibst, damit es versteht, wie das Prinzip mit dem Löffel funktioniert.
  • Achte darauf, dass dein Baby nicht abgelenkt wird, z.B. durch einen im Hintergrund laufenden Fernseher.
  • Ein gutes Lätzchen* und eine Matte* unterm Stuhl machen das anschließende Sauber machen deutlich einfacher und schneller.
  • Genau wie bei Erwachsenen ist auch bei kleinen Kindern der Stoffwechsel sehr unterschiedlich. Daher essen manche relativ viel und manche eher wenig.
  • Schimpfe nie mit deinem Baby, dass es alles dreckig macht. Dein Baby lernt gerade, wie es selber essen kann. Sie experimentiert und probiert, wie sie das Essen festhalten und in den Mund bekommen kann. Dabei kann es gar nicht sauber bleiben.
  • Falls dein Baby ein Nahrungsmittel nicht mag, biete es trotzdem immer wieder an. Babys müssen sich oft erst an einen neuen Geschmack gewöhnen.
  • Prüfe, nachdem die Mahlzeit beendet ist, ob der Mund deines Babys leer ist. Denn Babys können kleine Hamster sein und für eine ganze Weile Essen in ihrem Mund behalten, was dann zu einer Verschluckungsgefahr führen kann.
  • Es ist nie zu spät, mit BLW zu beginnen. Auch wenn bereits seit einigen Wochen Brei gefüttert wird, kann jederzeit auf BLW umgestellt werden.
  • Sprich mit deinem Kind über das Essen, wie es heißt, welche Farbe es hat…

Was braucht man zur Beikosteinführung nach BLW?

Viel brauchst du für die Beikosteinführung nach Baby Led Weaning nicht. Es gibt jedoch ein paar Dinge, die den Start mit fester Nahrung einfacher machen, z. B.:
  • Hochstuhl: Ein guter Hochstuhl, in dem dein Baby gut & sicher alleine sitzen kann und der sich schnell reinigen lässt. Hilfreich ist auch, wenn der Hochstuhl ein Tablett hat, das gleichzeitig als Teller dient, so wie dieser Hochstuhl*.
  • Lätzchen: Ein gutes Lätzchen*, mit dem das Baby möglichst sauber bleibt und das sich schnell reinigen lässt.
  • Trinkbecher: Damit das Baby lernt, selber zu trinken, braucht es zunächst einen speziellen Trinklernbecher*.
  • Schutzmatte: Wenn du eine rutschfeste Schutzmatte* unter den Hochstuhl legst, geht das anschließende Aufräumen schneller und einfacher.

Detailliertere Empfehlungen, was tatsächlich nützlich ist für einen guten Beikoststart findest du hier.

Welches Essen zur Beikosteinführung nach BLW?

Bei der Beikosteinführung mit Brei gibt es recht genaue Vorgaben, welche Lebensmittel mit welchem Alter (Monat) eingeführt werden sollten. Diese Vorgabe beruht primär darauf, dass das Füttern von Brei oft bereits im Alter von 4 Monaten beginnt, wenn der Magen und das Immunsystem vom Kind noch recht anfällig sind und es daher wichtig ist, leicht verdauliches Essen zu füttern.

Beim BLW wird erst mit 6 Monaten mit Beikost begonnen. In diesem Alter ist der Magen des Kindes bereits ausgereifter und weniger anfällig für mögliche Unverträglichkeiten. Daher kann dem Baby von Anfang an eine große Vielfalt angeboten werden. Bei jeder Mahlzeit sollten unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Konsistenzen dabei sein. So lernt das Baby die verschiedensten Lebensmittel und Geschmäcker kennen. Zudem wird so sichergestellt, dass dein Kind alle notwendigen Nährstoffe bekommt. Dabei ist darauf zu achten, dass

  • vollwertige Lebensmittel angeboten werden,
  • möglichst ohne Salz und Zucker,
  • und über den Tag verteilt Essen aus jeder Lebensmittelgruppe auf den Teller kommen, also
    • Gemüse & Obst
    • Getreide & Getreideprodukte
    • Milch & Milchprodukte
    • Fleisch, Fisch, Eier
    • Gesunde Fette & Öle

Grundsätzlich ist es nicht notwendig, ein separates Essen für das Baby zu kochen. Bei fast jedem Familiengericht kann auch etwas für das Baby dabei sein. Hierfür werden Gerichte z. B. nicht schon beim Kochen gewürzt, sondern erst auf dem Teller der Erwachsenen oder nachdem eine Portion für das Baby entnommen wurde.

Für Tage, an denen das Essen der Eltern doch ungeeignet ist für kleine Babys, solltet ihr immer einen kleinen Vorrat an Muffins, Waffeln/Pfannkuchen, Brot etc. im Gefrierschrank bereithalten, was dann nur aufgetaut werden muss. Dieser Vorrat ist auch sehr nützlich für Snacks.

Welches Essen ist zu vermeiden?

Egal ob Beikost mit Fingerfood oder Brei, das Essen muss immer sicher sein für das Baby. Das bedeutet:

  • lauwarmes Essen, nicht zu heiß
  • keine harten Stücke
  • nicht zu scharf
  • wenig bis gar kein Salz und Zucker
  • keine Gräten im Fisch
  • keinen rohen Fisch / rohes Fleisch / rohes Ei
  • Fertiggerichte und Fastfood vermeiden (da meist zu salzig)

Zudem gibt es Lebensmittel, die aufgrund ihrer Größe und Form ein hohes Risiko für ein Verschlucken darstellen, wie beispielsweise:

  • Weintrauben und Cherry Tomaten (diese sollten nie in ganzer Form gegeben werden, sondern der Länge nach halbiert oder geviertelt)
  • Ganze Nüsse (insbesondere Erdnüsse) sowie Kirschen mit Kernen
  • Hartes, rohes Gemüse, wie z. B. Karotten (sobald Zähne da sind, kann das Baby kleine Stücke abbeißen und sich daran verschlucken)

Honig

Honig dürfen Babys unter 12 Monaten nicht essen. Hier besteht die Gefahr, dass dieser Bakterien enthält, welche zu Säuglingsbotulismus führen könnten. Dies ist zwar eher selten, aber wenn es eintritt, kann es lebensbedrohlich sein. Mit Honig gesüßte Kekse allerdings sind okay, da der Honig beim Backvorgang ausreichend erhitzt wird, um eventuelle Bakterien abzutöten. Erst ab 12 Monaten ist das Immunsystem des Kindes reif genug, um mit diesen Bakterien umzugehen.

Obst

Bei manchen Obstsorten gilt es, diese zunächst nur in kleinen Mengen anzubieten:

  • Zitrusfrüchte können bei manchen Babys zu einem wunden Po führen, wenn davon größere Mengen verzehrt werden.
  • Kiwi, Erdbeere und Himbeere können Allergien auslösen. Wenn sich ein leicht juckender, roter Ausschlag um den Mund bildet, empfiehlt es sich, den Kinderarzt um Rat zu bitten.

Wie viel Salz darf mein Baby?

Die Menge an Salz im Essen ist für kleine Kinder sehr gering zu halten, da deren Niere Salz noch nicht so gut verarbeiten kann. Zudem gilt, genau wie beim Zucker, umso mehr Salz das Kind in den frühen Lebensjahren isst, umso mehr wird es oft auch sein Leben lang essen, weil sich der Geschmack an einen gewissen Salz- bzw. Zuckerlevel gewöhnt.

Es gelten die folgenden Richtwerte:

Unter 1 Jahr = max. 1 g Salz pro Tag

1 bis 3 Jahre = max. 2 g Salz pro Tag

Das Problem ist, dass Salz ganz häufig eher „versteckt“ ist. So ist die für Babys maximale Tagesmenge von 1g bereits mit den folgenden Nahrungsmitteln gedeckt:

  • 100 g gekauftes Vollkornbrot (daher lieber selber backen)
  • 50 g Gouda
  • 100 g Fischstäbchen
  • 50 g Kinder-Mortadella
  • 100 g Rahmspinat
  • 2 Scheiben Toast

Auch Lebensmittel speziell für Kinder enthalten oft viel Salz und Zucker. Lese daher vor dem Kauf immer erst die Nährwertangaben! Oder besser noch, du kochst und backst auch öfter selber. Denn das muss gar nicht schwierig oder mit viel Aufwand verbunden sein. So lässt sich Brot mit einem Brotbackautomaten ganz schnell und einfach selber backen, wie z. B. dieses saftige Vollkornbrot mit Möhre ohne Salz.

Was gibt es bei der Beikosteinführung zu trinken?

Bei jeder Mahlzeit solltest du deinem Baby auch etwas zu trinken anbieten, in einem Becher*, mit dem es selber umgehen kann. Hier eignet sich am besten Wasser. Kuhmilch ist als Getränk erst für Kinder ab 12 Monaten geeignet, weil der hohe Gehalt an Mineralstoffen und Proteinen die Nieren von Babys zu sehr belastet. Säfte (außer frisch selber gepresst) enthalten oft viel Zucker und wenig bis gar keine Vitamine. Auch andere, gezuckerte Getränke sind zu vermeiden.

Meine beiden Mädchen haben von Anfang an primär Wasser bekommen und bevorzugen dieses nun. Wenn ich dann doch mal einen Saft anbiete, wird der meist abgelehnt. 😊

 Hier gibt es mehr Informationen zum Thema „Getränke im ersten Lebensjahr“.

Wie viel Eisen braucht mein Baby?

Eisen ist wichtig für das gesamte Körpersystem und daher maßgeblich für die Entwicklung kleiner Kinder. Babys kommen gewöhnlich mit einem guten „Eisen-Vorrat“ zur Welt und erhalten zudem Eisen über die Muttermilch/Säuglingsmilch. Um den 6. Monate herum ist dieser Vorrat jedoch langsam aufgebraucht. Daher ist es wichtig, dass im Rahmen der Beikost regelmäßig eisenhaltige Nahrungsmittel angeboten werden. Denn laut der DGE – Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. brauchen Kinder ab 4 Monaten 8 mg Eisen am Tag.

Wichtige Eisenlieferanten sind tierische Lebensmittel wie mageres Fleisch, Fisch und Eigelb. Es gibt auch viele pflanzliche Lebensmittel, die Eisen enthalten. Jedoch ist die Eisenverfügbarkeit, also wie gut der Körper das Eisen aufnehmen kann, hier meist nicht so gut wie bei tierischen Produkten. Das heißt, obwohl beispielsweise Linsen 8 mg Eisen enthalten und Hackfleisch nur 3 mg, bekommt der Körper über das Hackfleisch mehr Eisen, weil er es besser aufnehmen kann. Aber auch mit einer vegetarischen Ernährung kann der Körper mit genügend Eisen versorgt werden. Dafür sollte möglichst jede Mahlzeit eine gute pflanzliche Eisenquelle enthalten.

Diese Lebensmittel enthalten besonders viel Eisen:

Tabelle, welche pflanzliche und tierische Lebensmittel mit einem hohen Eisenanteil auflistet
Pflanzliche und tierische Lebensmittel mit viel Eisen

Und so kann der Körper das im Essen enthaltene Eisen besser aufnehmen:

  • Die Mahlzeit immer um Vitamin C ergänzen, z. B. durch Apfel, Orange, Broccoli, Tomate, Süßkartoffel, Petersilie oder Erdbeeren.
  • Tierische und pflanzliche Eisenquellen zusammen anbieten.

Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es z. B. hier: „Wird mein Baby genügend Eisen bekommen?“

Fortschritte beim Essen

In den ersten Wochen ist das Essen primär ein Spielen, bei dem immer mal wieder Essen im Mund landet. Erst mit 8 bis 9 Monaten fängt das Baby an, sich mehr auf das Essen zu konzentrieren und weniger zu spielen.

Genau wie in der körperlichen Entwicklung erlebt das Kind auch beim Essen unterschiedliche Phasen. Mal ist es sehr hungrig und zeigt großes Interesse am selber essen, mal möchte es für Tage nur gestillt werden / die Flasche bekommen. Das ist völlig normal und okay. Auch kann es sein, dass das Baby über Tage fast nichts isst und dann plötzlich große Mengen nahezu verschlungen werden.

Die Umstellung von Milch auf feste Nahrung ist eine schrittweise, langsame Umstellung, die mindestens 6 Monate dauert. Dabei macht es keinen Unterschied, ob das Kind gestillt wurde, die Flasche bekommen hat oder beides.

Buchempfehlungen

Das Grundlagenbuch*

  • von Gill Rapley, die dem Baby Led Weaning den Namen gegeben hat
  • erläutert die Grundlagen der Beikost ohne Brei, schlüssig und verständlich

150 BLW Rezepte*

  • viel Wissen zum Baby Led Weaning
  • 150 tolle Rezepte, die Kindern schmecken
  • ein Leitfaden für eine leichte Integration der Babys am Familienessen

Vegan breifrei*

  • vegane Rezepte für die Beikosteinführung nach BLW
  • unkomplizierte Gerichte mit gängigen Zutaten
  • Rezepte sind darauf ausgerichtet, dass sie alle Nährstoffe abdecken, die kleine Kinder benötigen

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** Die hier festgehaltenen Informationen beruhen auf ausführlicher Recherche sowie meinen persönlichen Erfahrungen als Mutter. Ersuche im Zweifel den Rat eines Arztes oder eines Ernährungsberaters. Und lasse dein Baby niemals beim Essen alleine.