Wie viel Zucker dürfen Kinder?

Babys mögen es gerne süß aufgrund eines angeborenen Instinkts. Auch größere Kinder und Erwachsene naschen oft gerne. Aber wie viel Zucker darf ein Baby und welche Auswirkungen hat Zucker auf Kinder?

Ein flacher Berg Zucker auf dunklem Stein, mit dem Wort Zucker aus Plastikbuchstaben
Wie viel Zucker ist zu viel?

Warum keinen (Haushalts-) Zucker für mein Baby?

Babys und Kinder brauchen keinen (Haushalts-) Zucker. Er enthält keine nützlichen Nährstoffe oder ist auf andere Form förderlich für das Wachstum. Ganz im Gegenteil; Zucker ist ungesund. Leider enthalten viele Lebensmittel sehr viel Zucker, oft versteckt. Das gilt auch für Baby-Lebensmittel.

Nun sind ein paar Gramm Zucker selber nicht schädlich. Es ist der regelmäßige und erhöhte Konsum von Zucker der u.a.

  • krank,
  • süchtig,
  • dick,
  • aggressiv und
  • müde macht.

Zucker kann auch bei Kindern ganz schnell die Gesundheit ruinieren. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen eindeutig, dass weniger Zucker die Gesundheit der Kinder fördert. Mehr dazu hier.

 

Warum mögen Babys Süßes so gerne?

Warum mag jedes Baby gerne alles, was süß ist? Instinkt – in der Natur sind giftige Lebensmittel nicht süß, sondern eher bitter oder geschmacklos. Süß deutet darauf hin, dass etwas essbar und somit gut ist.

Jedoch ist das geschmackliche Empfinden unserer Kleinen für Süße gewöhnlich viel empfindlicher als bei uns. Ein Pfannkuchen, der nach unserem Geschmack langweilig und geschmacklos ist, findet ein Baby meist genau richtig.

 

Schläft dein Kind schlecht?

Wenn dein Kind Probleme hat, einzuschlafen, dann lohnt es sich durchaus, einmal genau die Zuckermenge zu überprüfen, die dein Kind vor dem Schlafengehen isst (z. B. Kakao, Joghurt, fertige Gerichte, etc.). Zucker stellt für den Körper reine Energie dar, die verbraucht werden will. Mit zu viel Energie im Körper fällt es schwer, sich zu entspannen und zu schlafen.

 

Wie gelingt es mir, mein Kind langfristig gesund zu ernähren?

Zucker einfach zu verbieten bringt häufig nicht viel oder bewirkt gar das Gegenteil. Das Verbot macht den Zucker oft noch attraktiver. Auch wird es sich nicht vermeiden lassen, dass euer Kind auf Geburtstagen o. ä. immer mal wieder Zucker isst.

Es geht daher darum, unsere Babys und Kleinkinder nicht zu sehr an Zucker zu gewöhnen, damit auch später das Bedürfnis nach Süßem hoffentlich nicht so groß ist. Und das geht am einfachsten, wenn Zucker im Allgemeinen vermieden wird, gerade in den ersten Lebensjahren.

Isst das Kind von Anfang an gesund, ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass es sich auch später bzw. ein Leben lang gesund ernährt:

  • Je mehr Zucker wir essen, desto mehr gewöhnt sich unser Geschmackssinn und unser Gehirn an Zucker und wir brauchen eine höhere Dosis, um etwas als süß zu empfinden. Umgekehrt; je weniger Zucker wir essen, desto eher schmeckt etwas süß für uns und wir benötigen daher weniger zusätzliche Süße.
  • Wir essen am liebsten das, was wir gewohnt sind und womit wir aufgewachsen sind – egal ob gesund oder ungesund.

Fazit: Zucker von Anfang an so gut es geht zu vermeiden, macht es später viel einfacher, den Zuckerkonsum auf ein geringes Maß einzuschränken.

 

Kinder brauchen Energie

Kinder mögen auch deshalb so gerne Süßes, weil es ihnen die Energie liefert, die sie brauchen. Wenn der Energiebedarf jedoch primär über Süßigkeiten gedeckt wird, isst das Kind darüber hinaus nicht mehr viel und es kommt zu einem Nährstoffmangel. Außerdem kann das Kind bei erhöhtem Zuckerkonsum eine nicht-alkoholische Fettleber bekommen, was mittlerweile leider viele Kinder haben.

Nicht nur Zucker liefert Energie. Beispielsweise Nussmus, Vollkorn, Obst und Trockenfrüchte sind ebenfalls hervorragende Energielieferanten, die deutlich gesünder sind.

 

Welche alternative Süße gibt es?

Haushaltszucker lässt sich durch andere süße Alternativen ersetzen, die gesünder sind:

 

Früchte

Oft können frische Früchte die notwendige Süße liefern, z.B. bei Smoothies, Muffins, Pfannkuchen und Keksen. Trockenfrüchte wie z.B. Datteln sind noch süßer als frisches Obst und eigenen sich ebenfalls gut für einige Rezepte. Achtet hier unbedingt darauf, ungesüßte Trockenfrüchte zu verwenden, da die gesüßte Variante viel Zucker enthält.

 

Stevia

Stevia ist ein Blattextrakt aus der Steviapflanze, dessen Süßkraft rund 300x stärker ist als Zucker. Es hat einen speziellen, leicht bitteren Beigeschmack. Stevia hat keinen Einfluss auf den Insulinspiegel (daher gut geeignet für Diabetiker) und ist nicht schädlich für die Zähne. Es sollte, wie alle anderen Süßungsmittel, sparsam verwendet werden.

Achtet darauf, möglichst reines Stevia zu kaufen und keine Stevia-Extrakte oder Produkte mit Trägersubstanzen oder Füllern. Das gilt vor allem für Allergiker; Inhaltsstoffe lesen, wenn es kein reines Stevia ist!

 

Erythrit 

Erythrit ist ein Zuckeralkohol, der bei der Vergärung von Traubenzucker (Glucose) gewonnen wird. Es hat gerade mal 20 Kalorien pro 100g und führt nicht zu einem Anstieg des Blutzuckers.

In der Natur ist Erythrit in verschiedenen Lebensmitteln vorhanden. Es ist also ein natürlicher Stoff. Zudem wurde die Unbedenklichkeit von Erythrit in diversen Studien bestätigt. Auch greift es die Zähne nicht an, sondern bietet einen zahnpflegenden Schutz, da es zum Erhalt der Zahnmineralisierung beiträgt.

Es werden 120g – 130g Erythrit benötigt, um die Süße 100g von Zucker zu ersetzen. Je nach Rezept erfordert dieses erhöhte Zuckervolumen ggf. mehr feuchte Zutaten als Ausgleich. Beim Backen kann es zu einer Kristallisation des Erythrit kommen, die zu einem besonderen „Crunch“ führt, den nicht jeder mag.

 

Xylit

Xylit hat die gleiche Süßkraft wie Haushaltszucker jedoch 60% weniger Kalorien (300 kcal / 100g). Es wird üblicherweise aus den Resten von Maiskolben hergestellt. Daher hier auf das Biosiegel achten, um die Verwendung von gentechnisch verändertem Mais auszuschließen.

Manchmal wird zur Herstellung Birkenholz verwendet, daher wird es auch Birkenzucker genannt. Xylit wirkt sich kaum auf Blutzucker- und Insulinspiegel aus und kann Karies, Zahnbeläge sowie Zahnfleischprobleme hemmen. Wie alle Zuckeraustauschstoffe können größere Mengen Xylit abführend wirken.

 

Palmzucker / Kokoszucker

Palmzucker und Kokoszucker werden aus der Palmblume bzw. der Kokosblume eingekocht, getrocknet und gemahlen. Er schmeckt nach Karamell und kann den Haushaltszucker 1:1 ersetzen. Beide Zuckerarten enthalten viele Nährstoffe wie Eisen, Zink, Kalzium, Magnesium und Kalium sowie Mineralstoffe und Spurenelemente. Der Anstieg des Blutzuckers ist bei dieser Süße gering.

 

Dattelzucker

Für Dattelzucker werden Dattelfrüchte getrocknet und gemahlen. Daher enthält dieser Zucker genau wie die Dattelfrucht viel Vitamin B6, Eisen und Magnesium. Er eignet sich gut zum Backen und als Ersatz für braunen Zucker. In heißen Getränken wie Tee löst er sich dagegen nicht auf.  

Die flüssigere Variante ist der Dattelsirup. Diesen könnt ihr auch einfach selber herstellen.

 

Ahornsirup

Ahornsirup ist ein dicker, bräunlicher Saft aus dem Ahornbaum. Er enthält sehr viele gesunde Substanzen wie Antioxidantien, Kalzium, Kalium, Mangan, Phosphor, Magnesium, Eisen, Vitamine B2, B5, B6, Biotin, Folsäure und Eiweiß. Damit enthält er mehr Mineralstoffe als Honig. Je dunkler der Sirup ist, desto mehr Nährstoffe sind enthalten.

Ahornsirup ist etwas süßer als Haushaltszucker, daher können 100g Ahornsirup etwa 130g Zucker ersetzen. Achtet jedoch unbedingt darauf, den 100% reinen Ahornsirup benutzen, ansonsten ist viel Haushaltszucker drin! Ahornsirup ist gesünder als Zucker, enthält aber auch 60% Saccharose (also Zucker) und sollte daher nur in kleinen Mengen verwendet werden.

Babys unter 12 Monaten sollten keinen Ahornsirup bekommen.

 

Honig

Naturbelassener Honig enthält Vitamin B und C, Kalium, Magnesium, Kalzium und Eisen. Zudem hat er entzündungshemmende Eigenschaften und wird daher z. B. bei Husten eingesetzt.

Babys unter 12 Monaten sollten keinen Honig bekommen, da dieser Bakterien enthält, mit denen der Darm von Babys noch nicht zurechtkommt. Auch Allergiker müssen bei Honig aufpassen, denn viele Honigsorten enthalten Blütenpollen.

 

Fazit – So wenig (Haushalts-) Zucker wie möglich für Babys und Kinder

Zucker schmeckt zwar gut, kann aber erheblichen Schaden in unserem Körper anrichten, auch und insbesondere bei kleinen Kindern. Zudem enthält Haushaltszucker keinerlei relevante Nährstoffe. Wir können also problemlos hierauf verzichten.

Es gibt Alternativen zum Haushaltszucker, die gesünder sind und stattdessen zum Süßen verwendet werden sollten. Aber auch hier gilt: Alle Formen von Zucker sollten möglichst sparsam verwendet werden.

Die vermutlich gesündeste Süße bieten Stevia, Erythrit und Xylit. Palmzucker / Kokoszucker, Dattelzucker, Ahornsirup und Honig enthalten zwar gesunde Nährstoffe, aber auch Zucker.

Umso weniger Süße ihr verwendet, umso sensibler wird euer – und der eurer Kinder – Geschmackssinn für Süße, was wiederum dazu führt, dass ihr weniger Süße braucht, um diese zu schmecken.

In vielen Lebensmitteln versteckt sich Zucker. Und dieser wird in der Zutatenliste nicht unbedingt als Zucker bezeichnet, sondern hat diverse andere Namen.

 

Weitere interessante Quellen:

Ernährungsexperte im Interview

Zucker in Baby-Lebensmitteln

Zuckerprojekt mit Kindern – Wie viel ist zu viel Zucker?

Zuckerlexikon

Zucker in der Kleinkind-Ernährung